Stargard: Mittelalterliche Stadtmauern und Stadtgeschichte
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Stadtmauern und Stadtgeschichte
Die Marienkirche und die mittelalterlichen Stadtmauern bilden einen markanten historischen Schwerpunkt Stargards. Beide wurden durch eine Verordnung des Präsidenten der Republik Polen vom 17. September 2010 als Denkmal der Geschichte anerkannt. Die Mauern gehören zu den wenigen Beispielen mittelalterlicher Stadtbefestigungen in Westpommern, die nahezu entlang ihres gesamten Verlaufs mit Wehrtoren und Bastionen erhalten sind. Gerade diese Kombination aus langer Befestigungslinie, Toren und Bastionen macht die Anlage zu einem prägnanten Thema für die Beschäftigung mit Stargards Vergangenheit.
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Foto: Małgorzata Jakubowska via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Ausstellung und Juniwochenende
Eine Museumsausstellung zeichnet die Geschichte der Stadt von ihrer Gründung im 13. Jahrhundert bis zum Beginn des 18. Jahrhunderts nach. Damit reicht ihr zeitlicher Rahmen über mehrere Jahrhunderte und ergänzt den Blick auf die erhaltene Stadtbefestigung um eine Darstellung der Stadtgeschichte. Für Reisende, die sich besonders für Geschichte interessieren, stehen so zwei unterschiedliche Zugänge nebeneinander: die baulichen Zeugnisse und die historische Einordnung in der Ausstellung.
Das Archäologisch-Historische Museum organisiert das Historische Fest „Im Land des Greifen“ seit 2014 im Rahmen der Stargarder Tage im Piastenpark bei der Bastei. Das Fest gilt als Veranstaltung für ganze Familien, Geschichtsinteressierte und Menschen, die ein Juniwochenende aktiv verbringen möchten. Der thematische Schwerpunkt unterscheidet sich damit von einem Besuch, der vor allem auf die Stadtmauern oder die Ausstellung ausgerichtet ist.
Stargard zu Fuß und per Rad
Der Rundweg „Stargard – Juwel Pommerns“ führt durch die Altstadt und ist etwa 3 Kilometer lang. Er ist als Rundweg beschrieben; die rote Radroute „Durch die Drumlins des Stargarder Landes“ dagegen führt von Stargard über Lipnik, Zieleniewo, Morzyczyn, Grzędzice, Żarowo, Rogowo und Lubowo zurück nach Stargard. Die beiden Routen unterscheiden sich damit in ihrer Ausrichtung: Der eine Weg erschließt die Altstadt, die andere Route verbindet Stargard mit einer benannten Folge weiterer Orte. Für die Planung lässt sich so zwischen einem Rundgang durch die Stadt und einer Radroute mit aufgeführtem Streckenverlauf unterscheiden.
Landschaft der Gmina Stargard
Im Gemeindegebiet der Gmina Stargard liegen unterschiedliche Landschaftsräume: Der westliche Teil gehört zur Pyrzycka-Ebene, der östliche zur Nowogardzka-Ebene. Im Westen der Gmina befindet sich der Miedwie-See, einer der fünf größten Seen Polens. Im östlichen Teil fließen die Ina und ihre Nebenflüsse Krąpiel und Mała Ina. Diese geografischen Bezüge gelten für die Gmina Stargard und ergänzen die städtischen Themen um einen eigenen Blick auf die Region.
Ein konkretes Beispiel für die Geologie des Gemeindegebiets ist das 4,7 Hektar große geologische Reservat Ozy Kiczarowskie. Es wurde 1962 eingerichtet und liegt südlich von Kiczarowo an der Straße 149 zwischen Stargard und Chociwel. Als Reservat der unbelebten Natur umfasst es glaziale Sande und Kiese, aus denen wallartige Rücken und langgestreckte Hügel gebildet werden. Größe, Lage und Geländeformen geben diesem Ort ein anderes Profil als den historischen Bauwerken Stargards.
Bauwerke im Gemeindegebiet
Auch andere Orte der Gmina Stargard bieten konkrete Anknüpfungspunkte für Architektur- und Geschichtsinteressierte. Das Schloss Barzkowice ist ein eklektisches Gebäude aus dem 19. Jahrhundert; 1911 wurde es erweitert. Seine Architektur weist Motive des Klassizismus und der Neorenaissance auf. In Barzkowice gibt es außerdem einen 12,7 Hektar großen Park mit bemerkenswerten Tulpenbäumen. Eine Lindenallee und eine Ulmenallee sind als gemeinschaftliche Naturdenkmale anerkannt.
In Grzędzice zählen die Wandmalereien zu den einzigartigen und ältesten in Westpommern. Die Kirche St. Michael der Erzengel in Poczernin wurde im 15. Jahrhundert aus Findlingen errichtet; ihre hölzerne Turmhaube stammt aus dem Jahr 1850. Im Inneren bewahrt die Kirche einen spätgotischen Altar mit Kruzifix aus dem 16. Jahrhundert sowie drei gotische Portale. Diese Beispiele gehören zum Gemeindegebiet und sind von den Sehenswürdigkeiten im Stadtgebiet Stargards zu unterscheiden.
Pęzino östlich von Stargard
Etwa 13 Kilometer östlich von Stargard liegt Pęzino an der Mündung der Pęzinka in die Krąpiel. Dort befindet sich das Schloss Pęzino, das als eines der am besten erhaltenen Wohn- und Wehrgebäude in Pommern gilt. In seiner ursprünglichen Form wurde es um die Wende vom 14. zum 15. Jahrhundert von den Johannitern errichtet. Der Ort verbindet damit eine klar benannte geografische Lage mit einem Bauwerk, dessen Geschichte bis ins Mittelalter zurückreicht.
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