Grybow: Kirchen, Geschichte und Kultur
Unterkünfte in Grybow
Grybow (Grybów) liegt im Tal des Flusses Biała am Rand der Niederen Beskiden. Zugleich konzentrieren sich die wichtigsten historischen Baudenkmäler rund um den Marktplatz. So lässt sich die Stadt aus zwei konkreten Perspektiven entdecken: als Ort in einer klar benannten Landschaft und als Stadtraum mit Bauwerken und Erinnerungsorten aus unterschiedlichen Zeiten. Für Ihren Aufenthalt können Architektur, christliche Kunst, jüdische Geschichte oder die Bahnanbindung den Schwerpunkt setzen.
Architektur rund um den Marktplatz
An der nördlichen Seite des Marktplatzes steht das Rathaus, ein neugotischer Backsteinbau aus dem Jahr 1902. Südöstlich des Platzes befindet sich das Herrenhaus der Familie Hoschów, ein bis heute erhaltenes klassizistisches Gebäude. Stil und Bauzeit unterscheiden die beiden Bauten deutlich: Hier prägt neugotisches Backsteinmauerwerk das Rathaus, dort die klassizistische Form das Herrenhaus.
Ein weiteres historisches Gebäude ist das Haus der Gesellschaft „Sokół“ in der Kościuszki-Straße 7. Es wurde zwischen 1906 und 1910 errichtet und bewahrt eine klar erkennbare historische Form sowie architektonische Details. Die Angaben zu Bauzeit und Gestaltung geben Ihnen einen konkreten Eindruck davon, wie verschieden die historischen Gebäude Grybows ausfallen, ohne sie auf eine einzelne Epoche zu reduzieren.
Basilika und religiöse Kunst
Die Basilika der heiligen Katharina von Alexandrien ist eine neugotische Pfarrkirche, erbaut von 1909 bis 1914. Ihr Turm ist 77 Meter hoch. In der Basilika befinden sich außerdem zwei religiöse Kunstwerke: das verehrte Bild der Muttergottes Przedziwna aus dem Jahr 1700 und eine hölzerne Madonna mit Kind, die als Madonna von Grybów bezeichnet wird. Damit stehen Baugeschichte und benannte Bildwerke als unterschiedliche Aspekte derselben Kirche nebeneinander.
Auch die Synagoge in der Kilińskiego-Straße gehört zu den konkreten historischen Bauzeugnissen der Stadt. Sie wurde 1909 errichtet; erhalten ist eine Nische für den Aron ha-Kodesch, den Toraschrein einer Synagoge. Die erhaltene bauliche Einzelheit gibt dem Gebäude einen klar bestimmbaren Bezug zur jüdischen Tradition.
Jüdische Geschichte und Erinnerungsorte
Der jüdische Friedhof Nr. 130 bewahrt etwa 50 steinerne Grabmale aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Auf dem Friedhof gibt es zudem einen gesonderten Militärbereich. Dort sind jüdische Soldaten bestattet, die im Ersten Weltkrieg gefallen sind. Die ungefähre Zahl der Grabmale und der eigene Militärbereich vermitteln zwei verschiedene Blickwinkel auf den Ort: die erhaltenen Grabzeichen mehrerer Jahrzehnte und das Gedenken an die im Krieg gefallenen Soldaten.
Ein weiterer Erinnerungsort ist der Kriegsfriedhof Nr. 129 aus dem Ersten Weltkrieg am südöstlichen Rand von Grybów. Entworfen wurde er von Hans Mayr. Die Friedhofsnummern helfen dabei, diesen Ort vom jüdischen Friedhof Nr. 130 zu unterscheiden.
Das Pfarrmuseum
Das historische Pfarrhaus von Grybów wurde vermutlich 1699 errichtet und beherbergt heute das Pfarrmuseum. Dessen Dauerausstellung ist in einen Bereich zur westlichen und einen zur östlichen christlichen Zivilisation gegliedert; hinzu kommt ein Bereich zur jüdischen Tradition. So umfasst die Ausstellung mehrere religiöse Traditionen, statt sich nur einem Themenbereich zu widmen.
Zu den konkreten Ausstellungsstücken gehört das Gemälde „Die heilige Zofia mit ihren Töchtern“ aus dem Jahr 1440. Im östlichen Ausstellungsbereich befinden sich Ikonen, die teilweise bis ins 17. Jahrhundert zurückreichen. Die Jahresangaben setzen unterschiedliche zeitliche Bezugspunkte: Das Gemälde wird auf 1440 datiert, während die Ikonen teils aus dem 17. Jahrhundert stammen.
Anreise mit der Bahn
Der Bahnhof Grybów liegt an der Bahnstrecke 96 von Tarnów nach Leluchów. Bedient wird er von den Linien K7/K71 auf der Verbindung Krakau/Tarnów – Nowy Sącz – Krynica-Zdrój. Wenn Sie mit dem Zug anreisen möchten, prüfen Sie vor der Fahrt den Fahrplan: Zugverbindungen und Fahrzeiten können sich ändern.
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